Roadkill

RoadkillOklahoma hat uns begrüsst, wie uns Arkansas verabschiedet hat – mit gewundenen Nebenstrassen in skandinavisch anmutenden Mischwäldern. Wärs hier nicht noch heisser geworden – über 100 Grad Fahrenheit oder irgendwo bei 35 Grad Celsius – wir hätten die Landschaft genossen. So aber wars eine Qual, die erst mit abnehmender Sonne erträglich wurde. Was uns schon seit spätestens Virginia aufgefallen ist, sind die vielen platt gefahrene Tiere auf und neben der Strasse. „Roadkill“ nennen die Amerikaner das Waschbären, Hunde, Rehe, Opposums, Chipmunks, Skunks, eine Schlange und heute in Oklahoma auch jede Menge Gürteltiere. Die haben zwar eine harte Schale, damit den Monstertrucks aber auch nichts entgegenzusetzen – irgendwie schon fast eine Analogie auf das gnadenlose Marktsystem der USA: Der ganze Staat Oklahoma – oder das bisschen, was wir davon gesehen haben – kommt mnir vor wie ein Opfer des Systems. halbe Geisterstädtchen voller zerfallender Geschäftsbauten und mit Gras überwachsenen Tankstellen. Abseits der Interstate 40, die mitten durch Oklahoma City führt (eine Stadt, die offenbar alle fünf Meilen einen der gigantischen Supermärkte der Billigst-Warenhauskette Wal-Mart braucht) gibts ausser ein paar Farmen und hin und wieder einer ansehnlichen Villa einfach nichts. Der Staat scheint eine Art Roadkill des Systems zu sein.

Wir haben deswegen den ganzen Staat in einem Zug durchfahren – 500 Meilen. Und dann landen wir in einem County in Texas, das trocken ist – kein Bier hier. also gehn wir zu Bett.

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