Untote Konten und Kreditkarten

323.jpgHeute hab ich die Abrechnung für meine Visa-Card der Bank of America gekriegt. Das Problem ist nur, ich hab das Konto vor zwei Wochen gekündigt. Damals war der Kontostand, nachdem ich telefonisch die letzten $2.2 bezahlt hab, auf $0,0.

Die Rechnung von heute wies einen Kontostand von US$ -40.50 auf und einen Zinssatz für die aktuelle Rechnungsperiode von 1815.31%. Kein Witz.

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Löscht Google die Vergangenheit?

Newsnet-EintragNach einem hochinteressanten Lunch mit Stan James, dem Gründer von Lijit.com, einer Suchmaschine nach dem Modell der sozialen Netzwerke in Boulder, Colorado, habe ich gestern ein bisschen in InternetArchiven gegraben und nach mir selbst gesucht.

Denn Stan hatte während unseres Gesprächs einen interessanten Gedanken aufgebracht. Wir sprachen darüber, wie viele Leute sich derzeit auf Myspace und anderswo lächerlich machen und dies in ein paar Jahren, anlässlich einer Stellenbewerbung, bereuen werden.

Und Stan warf plötzlich ein, dass dannzumal aber auch die Chefs jener Generation angehören, die sich auf Myspace ausgetobt oder in Blogs die Redefreiheit strapaziert haben wird – «sie werden also Verständnis haben.» Weiterlesen

Private Surfer-Daten werden verscherbelt

Als vor etwas mehr als einem halben Jahr der Skandal über AOL hereinbrach, weil das Portal die (anonymisierten) Suchdaten von benutzern veröffentlicht hatte, ahnte niemand, wie tief das Rattenloch ist. Journalisten und Blogger bewiesen binnen weniger Stunden, dass aus der Liste von Suchbegriffen einzelner Nutzer blitzschnell ein Profil erstellt werden kann, mit dem die Ursprungsperson zweifelsfrei ermittelt werden kann.

Sie glauben, das sei irrelevant? Weil die Daten Ihrer Websuche kaum Privates enthalten?

Ok, wie wärs dann mit ihrem Clickstream? Das ist die lückenlose Liste aller Webseites, die sie ansurfen – in chronologischer Reihenfolge. Sie finden sie in der „History“ oder dem „Verlauf“ ihres Browsers. Gucken sie Die Liste mal an und überlegen Sie sich, was die über Sie aussagt.

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Besser lesen…

TagesanzeigerImmer mal wieder kriege ich Reaktionen auf einen Text. Das macht Spass, selbst wenn die eine oder andere Anmerkung nicht grade schmeichelhaft ist (ok, kommt auf den Ton an.) Was besseres kann einem Text erfahren, als dass er eine Diskussion ins Rollen bringt?

Der gestern im Tagi erschienene Text über Online-News hat mir einige Mails und Antworten eingebracht – von zustimmend bis hässig.

Unangenehm wirds, wenn aus den Kommentaren hervorgeht, dass jemand entweder den Text nicht richtig gelesen oder verstanden hat – oder, viel, viel schlimmer – wenn ich davon ausgehen muss, dass ich ihn nicht deutlich genug verfasst habe.

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Weisse weiche Watte

356.jpgDas also ist der Ausblick von meiner Terrasse. Eigentlich ist es ja eine Feuerleiter, die zu betreten mir laut Mietvertrag bei Todesstrafe verboten ist – deshalb nenne ich sie ja meine Terrasse.

Und der weisse Schaum im Hintergrund ist der Nebel (hinter den Häusern, nicht in der Tasse – das ist mein Cappuccino). Die berüchtigten Schwaden, die San Franciscos Golden Gate Bridge an gewissen Tagen zu einem besonders dramatischen Fotosujet und meinen Tag zu einem grauen Einerlei machen. Später im Sommer jedenfalls, denn jetzt, im Frühling, wallt die Watte häufig nur hinauf bis zur 20. oder 10. Avenue, und meine Terrasse an der 2. Avenue bleibt mein kleiner Ausflugsort, wo ich mir im Nu einen Sonnenbrand hole. Denn San Franciscos zweites Feature ist die permanente Brise vom Pazifik, die einerseits den Nebel und anderseits de Kälte reinbringt, sodass halbkahle ausländische Journalisten auf ihren Feuerleitern nicht merken, dass sich ihre Kopfhaut zu kräuseln beginnt.

Genug des Gejammers – es ist Sommer in San Francisco. Der dauert, wenigstens in meinem Quartier, bis Juni.

Ankunft und Abschied

Motorradtrip-EndeSo. Mein Begleiter auf dem ein Dutzend Blogeinträgen zum Trotz unbeschreiblichen Motorrad-Trip, Pierre Strub, ist bereits wieder in der Schweiz, und für mich hat das, was ich hier Alltag nenne, wieder angefangen. Wenigstens scheine ich aus dem Osten der USA nicht nur einen Haufen toller Erinnerungen mitgebracht zu haben, sondern auch das sonnige Wetter und die Wärme: San Francisco erlebt nach sieben Wochen fast unterbruchlosen Dauerregens erstmals eine Woche Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad.

Das macht das Heimkommen und die Rückkehr zur Arbeit auch nicht unbedingt einfacher.

PS: Ich arbeite an einer etwas umfangreicheren Bildersammlung des Trips, die demnächst unter „Panorama“ abgerufen werden kann.

PPS: Allen, die uns treu begleitet und hin und wieder sogar ermuntert haben, herzlichen Dank. Es hat auch Spass gemacht zu wissen, dass gelegentlich jemand die tippfehlerstrotzenden Einträge und die verstümmelten Fotos zu würdigen weiss, die meistens über irgendeinen geklauten Internetzugang per Wifi spätnachts ins Netz geflossen sind – während Pierre schon lange ins Kissen horchte.

4104,6 Meilen oder 6607,3 Kilometer

Pismo BayKalifornien hat seine Drohung wahrgemacht – am letzten Tag hat’s uns verregnet. Aber wir sind abends in San Francisco eingefahren, mit etwas mehr als 4100 Meilen mehr auf den Tachometern.

Und jetzt sind wir einfach nur müde. Das grosse Fazit kommt deswegen später.

Gummiabrieb

Reifenpanne nach MalibuDa fahren wir 3825 Meilen oder 6155 Kilometer quer durch die USA – nur um ausgerechnet im sonnigen Kalifornien die tiefsten Temperaturen überhaupt anzutreffen: Acht Grad Celsius herrschen hier in Pismo Beach, rund 400 Kilometer vor unserem Ziel San Francisco, und angeblich solls morgen regnen – wir hatten bisher in zwei Wochen Fahrt keinen einzigen Schlechtwettertag.

Aber das ist nicht der einzige Kälteschock, den wir heute erfahren haben. Nach einer gemütlichen Tasse Kaffee auf Scheuris Terrasse hoch über Hollywood sind wir auf dem Sunset Strip rausgefahren durch Beverly Hills, an Bel Air vorbei nach Santa Monica und weiter nach Malibu. Dort hat mich Pierre irgendwann überholt, und mir fiel der bauchige Hinterreifen seiner K75 auf – eine Pneupanne!

Ich hab sowas in 22 Jahren Motorradfahrt nie erlebt, obwohl in Töffahrerkreisen vor allem hier in Kalifornien häufig davon die Rede ist. Vor dem Abflug aus San Francisco hatte ich die Anschaffung eines Pneu-Flick-Kits ins Auge gefasst, es dann aber vergessen. Die neue Maschine allerdings, die ich in New Jersey bei Walti abgeholt habe,ist nicht nur mit einer Warnblinkanlage ausgestattet, sondern hatte im Heckbürzel auch ein Flickset integriert: Ahle, Gummistopfen, CO2-Patronen.

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An der kalten Küste

Ankunft in KalifornienDie beste Beschreibung, die mir für die Fahrt aus dem Dreieck Arizona/Nevada/Kalifornien nach Westen und in Richtung Los Angeles einfallen würde, ist eine Querung mehrerer Mondkrater mit Gebüsch: Die Mojave-Wüste breitet sich links und rechts von der Interstate 40 bis zum von zackigen, ausserirdisch anmutenden Hügelketten gesäumten Horizont aus. Die Kilometer langen Doppelstock-Containerzüge sehen in dieser Hochebene aus wie eine langweilige Modelleisenbahn.

Aber gleich neben der Strasse gibts im Sand und Gebüsch einiges zu sehen, wenn man sich die Zeit nimmt anzuhalten (oder vor der Abfahrt den Tank nicht gefüllt hat und mitten in der Wüste liegenbleibt. Nicht, dass uns das passiert wäre). Dieser prächtige Vogel hier war gar nicht erfreut, dass sich ein vermummter Mensch seinem Strommast mit dem darauf gebauten Horst nähert, und seine Schreie liessen mich auf den nötigen Abstand gehen.

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Die echte Route 66

Route 66Erstaunlicherweise haben uns die Muskeln heute nicht so geschmerzt, dass wir nicht mehr hätten Töffahren können. Gestern abend sind wir nach der Heimkehr in die Lodge rund 12 Stunden nach dem Aufbruch zur Wanderung nur noch in die Betten gefallen, aber heute Morgen wurden wir wiederum kurz vor sechs von den Sonnenaufgang-Spaziergängern geweckt, und einen Moment spielte ich mit dem Gedanken, auch zur Rim zu spazieren (bis ich auf meinen Füssen mit all ihren Blasen stand).

Wir haben die Lodge verlassen und einen letzten Abstecher an einen der Aussichtspunkte gemacht, wo wir einen Teil unserer Wanderroute überblicken konnten (siehe Bild im Eintrag von gestern – mangels Internet-Zugriff erst heute aufgeschaltet). Irgendwie kamen mir all die andern Ausflügler am Geländer zum Canyon wie Profiteure vor, die den Blick in den Canyon nicht verdienten, weil sie nicht gelitten haben wie wir…

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