An der kalten Küste

Ankunft in KalifornienDie beste Beschreibung, die mir für die Fahrt aus dem Dreieck Arizona/Nevada/Kalifornien nach Westen und in Richtung Los Angeles einfallen würde, ist eine Querung mehrerer Mondkrater mit Gebüsch: Die Mojave-Wüste breitet sich links und rechts von der Interstate 40 bis zum von zackigen, ausserirdisch anmutenden Hügelketten gesäumten Horizont aus. Die Kilometer langen Doppelstock-Containerzüge sehen in dieser Hochebene aus wie eine langweilige Modelleisenbahn.

Aber gleich neben der Strasse gibts im Sand und Gebüsch einiges zu sehen, wenn man sich die Zeit nimmt anzuhalten (oder vor der Abfahrt den Tank nicht gefüllt hat und mitten in der Wüste liegenbleibt. Nicht, dass uns das passiert wäre). Dieser prächtige Vogel hier war gar nicht erfreut, dass sich ein vermummter Mensch seinem Strommast mit dem darauf gebauten Horst nähert, und seine Schreie liessen mich auf den nötigen Abstand gehen.

Nach dem Verkehrsknotenpunkt Barstow an der Kante der Wüstenebene, wo sich die Bahnlinien, die Route 66, die Interstate aus Arizona und jene aus Las Vegas zum gemeinsamen Transportkanal in den Moloch Los Angeles vereinigen, stürzte sich nicht nur die Strasse hinab in die dichtbesiedelte Küstenregion, sondern auch die Temperatur: Kaliforniens Image hat erheblichen Schaden genommen, als wir unterwegs anhalten mussten, um uns wärmer zu verpacken.

Aber bald schon wussten wir, dass es nicht mehr weit sein kann zu Christian Scheurer und seiner Frau Laura in Hollywood. Auch wenn die äusseren Stadtteile andere Namen tragen, der aggressive Fahrstil der Automobilisten auf den Autobahnen hier entlarvt sie als Teil der stressig-geschäftigen Riesenstadt.

Heute gehts weiter, je nach Wetter entlang der Küste oder auf dem Highway 101. Falls uns der Regen noch vor San Francisco erwischt, ist das eine Premiere: Bisher hatten wir in zwei Wochen Fahrt fast ausschliesslich Sonne und angenehme Temperaturen.

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