Anruf eines mir unbekannten Agenten einer mir bekannten PR-Agentur in New York: Ob ich ihm Kontakte zu Journalisten in der Schweiz verschaffen könnte, denen er ein «informelles Interview» mit seinem Kunden anbieten könne?

Keine Sorge: Ich habe weder Namen noch Telefonnummern rausgerückt. «Informelles Interview» ist ein PR-Euphemismus für ein Zusammentreffen mit einem völlig unbekannten Geschäftsmann, der am Flughafen Zürich 20 Minuten Zeit aufwendet, um einem Journalisten von den Taten seines aufstrebenden Unternehmens in Bigfork, Montana zu berichten.

Im Internet-Boom-Schlussjahr 2000 musste ich als Redaktor von CASH wöchentlich mindestens zwei dieser «Angebote» abwimmeln. Anfangs meist höflich, kapierte ich bald, dass die PR-Agenten für das Heranschleppen eines Journalisten bezahlt wurden und ihnen deshalb jeder Vorwand recht war. Umso erstaunlicher fand ich deswegen, wie schlecht diese Mittelsleute vorbereitet waren. Ich stellte bald nur noch drei Fragen:

- Was ist die Story?

- Wo ist die Verbindung zur Schweiz?

- Kennen Sie meine Publikation?

Die Antworten lauteten meist: Aussichtsreiche Firma! CEO auf Durchreise! Nein!

Der Bekannte aus New York hatte ungefähr eine solche Attacke auf die Schweizer Medien vor. Ich hielt zuerst eine Predigt über die wertvolle Zeit von Journalisten. Dann gingen wir etwas tiefer in die konkrete Übungsanlage, und schliesslich stellte ich fest, dass der Mann sowohl eine direkte Verbindung zur Schweiz als auch eine spannende Geschichte hatte. Ich riet ihm, nach einem eindeutigen Aufhänger zu suchen, das ganze als Schweizer Newsstory zu verkaufen und nicht mehr als drei Redaktoren von ausgewählten Publikationen zu behelligen. Nach drei Virtelstunden war das Gespräch beendet.

Als ich auflegte, hatte ich einen trockenen Mund und das dumpfe Gefühl, grade «Consulting» im Wert von 1000 Dollar verschenkt zu haben.

256.jpgWiederholung aus völlig untechnischen Gründen (naja, man beachte bitte das Bild - ich habe mein 10mm-Weitwinkelobjektiv gekriegt…): Diese wunderschöne, geräumige 2-Zimmer Wohnung plus mein leicht eingedellter Golf Automat, alles keine 10 Busminuten von Downtown San Francisco (5 Minuten zur Golden Gate Bridge, 300 Meter zum Golden Gate Park, 10 Gehminuten zum Presidio Golf Course etc), steht ab 28 September bis 14 Oktober zur Untermiete zur Verfügung.

In 800 Franken Mietanteil ist Kabel-TV, Highspeed-Internet (inkl. Funknetz), Benutzung des flüssiggekühlten PC, Queensize Bett und Bettsofa (ebenfalls Queen) inbegriffen.

Leute, in San Francisco fängt der Sommer im September erst an (das heisst, es wird manchmal wärmer als 20 Grad. Ehrlich.)!

Bitte diesen Hinweis an alle Bekannten mit Affinität zu Spontanreisen weiterleiten. Ich stehe für Auskünfte (fast) jederzeit zur Verfügung - mail an wohnung (at) swissreporter.ch

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