Archiv für den Monat: September 2006

Reiseblues

In einem früheren Leben pflegte ich mit den Kollegen und Kolleginnen auf der Redaktion zu scherzen, die Schweiz sei overcovered und underhappened.

Und jetzt, wo es im Silicon Valley mal so richtig abgeht, ausgerechnet jetzt, wo hier was passiert, stecke ich in den letzten Vorbereitungen für einen Besuch in der Schweiz und kann nicht am Rummel rund um HP teilnehmen.

Sowas schmerzt.

Dafür freue ich mich darauf, einen Haufen Leute zu treffen, die ich seit 18 Monaten nicht mehr gesehen habe. Zum Beispiel am Montag, 2. Oktober, abends bei Metin?

Bis bald!

Kein Recht zu schweigen?

269.jpgDass die Regierung Bush ungern kritisiert wird und die Medien gerne gleichschalten würde, um die Demokratie zu schützen, ist eine Binsenwahrheit. Im Land der unantastbaren Redefreiheit gibt es dazu leider auch die passenden Gesetze: In den meisten Bundesstaaten wird die Arbeit von Journalisten zwar mit einem Zeugnisverweigerungsrecht minimal geschützt.

Aber auf Bundesebene gibt es diesen Schutz nicht. Wildgewordene Richter stecken deshalb immer mal wieder Journalisten ins Gefängnis, um sie zur Preisgabe ihrer Quellen zu bewegen. Wo dies gelingt, wird nicht nur den Medien, sondern der Demokratie massiver Schaden zugefügt. Denn wenn Informanten und Insider nicht auf die Diskretion der Journalisten zählen können, verliert die «vierte Gewalt» (ein unpassender Begriff, denn eine Gewalt sind die Medien schon lange nicht mehr) ihre Kontrollfunktion.

Als im vergangenen Oktober die Times-Reporterin Judith Miller und der Time Magazine-Journalist Matthew Cooper in Beugehaft genommen wurden, galt das noch als dreckiges Spiel der grossen Politik in Washington: Beide Journalisten hatten berichtet, dass die Regierung Bush (illegalerweise) die CIA-Agentin Valerie Plame enttarnt hatte, um deren Gatten, den ehemaligen Diplomaten Joseph Wilson IV, für seine Kritik an der Aussenpolitik Bushs zu bestrafen.

Statt der gezielten, gesetzeswidrigen Enttarnung Plames und der dafür Verantwortlichen stand für die Staatsanwaltschaft die Suche nach dem zweiten Informanten im Vordergrund, welcher Miller und Cooper über den hinterhältigen Schachzug des Weissen Hauses informiert hatte.

Inzwischen hat das Beispiel Schule gemacht. In San Francisco werden derzeit grade drei Journalisten eingesperrt, weil sie sich weigern, den Behörden Auskünfte zu erteilen. Im einen Fall handelt es sich um den anarchistischen Video-Journalisten Josh Wolf, der sich weigerte, Filmaufnahmen einer gewalttätigen Demonstration an die Behörden zu übergeben. Bestünden gute Gründe zur Annahme, dass Wolfs Material Hinweise zur Aufdeckung eines Kapitalverbrechens gäbe, wäre das Vorgehen des Gerichts, das ihn bis zu 18 Monate in Beugehaft stecken liess, einigermassen diskutabel – obwohl Kalifornien die Beugehaftregel nicht kennt. Nur geht es bei dem Fall grade mal darum herauszufinden, wer anlässlich besagter Demonstration einen Streifenwagen angezündet hat – was ein Bundesdelikt ist und deshalb unter Bundesrecht fällt. Zu diesem Zweck einen unbequemen, aber unbescholtenen jungen Journalisten einzusperren, ist entweder Verhältnisblödsinn oder eine weitere Aktion gegen die Pressefreiheit.

Der jüngste Fall schliesslich, in welchem zwei angesehene Reporter des San Francisco Chronicle ebenfalls bis zu anderthalb Jahren eingesperrt werden sollen, erzürnt die Medien (und leider nur die) von der West- bis zur Ostküste. Mark Fainaru-Wada and Lance Williams weigern sich, die Quelle für ihre Grandjury-Protokolle über Doping-Anhörungen zweier Spitzensportler preiszugeben, aufgrund der sie den Baselball-Superstar Barry Bonds in einem Buch als Dopingsünder entlarvten.

Auch in diesem Fall wurde, wie in den drei anderen, von den Journalisten keinerlei Gesetze gebrochen. Wenn sie jetzt mit Beugehaft gezwungen werden sollen, ihre journalistische Ethik aufzugeben, ist das ein absurder Missbrauch des staatlichen Gewaltmonopols, das letztendlich alle demokratischen Institutionen schädigen wird.

Dabei müssten die Alarmglocken nicht nur bei sämtlichen Freiheitshütern des «Homeland» klingeln. Das Ansehen der USA auf der Weltbühne gewinnt durch derlei Idiotien weiter Tempo auf seiner ohnehin rasanten Talfahrt. Sie passen allzu gut zur Festnahme eines «verdächtigen» Fotografen der Weltagentur AP auf dem Demokratie-Schlachtfeld Irak und unterscheidet sich kaum mehr sichtbar von der Verurteilung von Journalisten als «Spionen» beispielsweise in China.

Das scheinen jetzt auch konservative Politiker in Washington begriffen zu haben, von denen sich ohnehin kurz vor den Parlamentswahlen im November immer mehr von der Regierung Bush distanzieren. Der republikanische Senator Arlen Specter aus Pensilvania, Vorsitzender der Justizkommission, hat diesbezüglich klar Stellung bezogen und festgehalten, dass das Zeugnisverweigerungsrecht endlich auch auf Bundesebene eingeführt werden müsse.

Die Autohersteller sind schuld

268.jpgGute Idee: Der Kalifornische Generalstaatsanwalt hat sechs grosse Autohersteller verklagt, weil ihre Fahrzeuge Unmengen an CO2 ausstossen und die Erde erwärmen – der Vorgang ist auch bekannt als Treibhauseffekt.

Was für unsereins absurd klingt, geht in die gleiche Richtung wie die Klagen gegen die Tabakhersteller, die der Staat gewonnen hat und BiG Tobacco jetzt Hunderte Vvon Millionen Dollars jährlich bezahlen lässt. Hierzulande kann jede Firma verklagt werden, die ein «unverhältnismässig gefährliches Produkt» herstellt.

Jetzt muss der Staat Kalifornien eigentlich nur noch drei Dinge beweisen: Dass es den Treibhauseffekt gibt, dass Autos daran schuld und somit gefährlich sind und dass dem Staate Kalifornien Nachteile erwachsen sind.

Ich staune immer wieder aufs neue, dass der Grad an Risikofreude, Unternehmertum und Innovation in diesem Land allen Prozessen zum Trotz jenen in vernünftigen Ländern wie der rechtsicheren Schweiz um ein Vielfaches übertrifft.

Risiko und Sicherheit

361.jpgAngst funktioniert gut in den USA. Die Medikamentenwerbung am TV zum Beispiel steigert meine hypochondrischen Neigungen im Rythmus der Spot-Unterbrechungen. Und die Newssendungen der lokalen Stationen tun das ihre, um den Amerikanern zu verdeutlichen, dass ihnen neben Heerscharen islamistischer Terroristen auch Milliarden von Moskitos mit West-Nile-Virus und Millionen von Spinatköpfen mit E-Coli-Bakterien nach dem Leben trachten.

Dass für die Sterblichkeit junger Menschen neben Autounfällen zumindest hier in San Francisco und den beiden Nachbarstädten Oakland und Richmond ennet der Bucht vor allem Mord und Totschlag verantwortlich sind, gerät dabei ein bisschen ausser acht. An Schiessereien in West Oakland, Verfolgungsjagden mit anschliessendem Meuchelmord eines Prozesszeugen in den Strassen San Franciscos, Messerstechereien auf einem Schulgelände oder Drive-By-Shootings in der Innenstadt haben sich die Bewohner der Bay Area offenbar sosehr gewöhnt wie an das Risiko eines schweren Erdbebens, das mit 62 Prozent Wahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahren zu erwarten ist. Allein am vergangenen Wochenende waren ein halbes Dutzend Opfer zu beklagen.

Dabei bedroht die Gewalt keineswegs nur Gangmiglieder. Im ärmlichen West Oakland und in Richmond, wo 2005 wegen der ständigen Gewalt beinahe der Ausnahmezustand verhängt worden wäre, haben sich friedliebende Einwohner längst freiwillig eine Ausgangssperre nach Dunkelheit auferlegt. Trotzdem werden immer wieder unbeteiligte Passanten erschossen – nicht nur in den Ghettos der Sozialbausiedlungen. Der junge Mann, der am Freitag zwei Blocks von meinem Haus erstochen wurde, liess sein Leben aufgrund eines Streits um einen Parkplatz.

Jetzt reagiert die Stadt Oakland – auf die typisch kalifornische Weise. In den notorisch gewaltverseuchten Quartieren hat die Polizei ein Netz von Mikrofonen aufgestellt. Ein zentraler Computer erkennt anhand der registrierten Schüsse nicht nur die Waffengattung, sondern berechnet auch den Ort der Schiesserei und schickt automatisch Streifenwagen zum Ort des Geschehens.

Zugleich wird grade die gesamte Spinaternte Kaliforniens vernichtet, und in den Strassen einiger Städte an der südlichen Bay versprayen die Behörden vierzehntäglich nächtens Hundertausende von Tonnen Insektizid gegen die West-Nile-Moskitos.

Bloss gegen Erdbeben gibt’s noch keine Pillen.

Kleine Piratenakte unter Freunden

267.jpgWoran denken Sie beim Stichwort «Piraterie»? Jawohl – Musik, Filesharing und raubkopierte Filme. Hollywood verliert deswegen angeblich jährlich Milliarden.

Nur kümmern mich die Verluste Hollywoods nicht sonderlich. Der Verlust von Allen Sandquist aus Nevada kümmert mich mehr. Eines seiner zahlreichen Fotos von Tankstellenschildern wurde offensichtlich vom Magazin «Autoweek» aus der Flickr-Fotoseite kopiert und im Heft benutzt – ohne Autorenzeile, ohne Nachfrage bei Allen, ohne Bezahlung.

Inzwischen hat Allen beim Art Director des Hefts freundlich um ein Honorar gebeten – und eine schnippische Antwort gekriegt. Das erst hat Copyright-Professor Lawrence Lessig auf den Plan gerufen, der in seinem Blog die Geschichte aufrollt und in seiner typischen Art andeutet, der betreffende Art Director brauche offensichtlich Nachilfe in Copyright- Kunde… Ich habe dem Mann darauf hin auch meinen Standpunkt kundgetan.

Auf der Fotoseite Flickr hat sich in diesem Zusammenhang eine Gruppe von Fotografen zusammengetan und eine Gruppe zur Aufdeckung von Fotodiebstählen gestartet.

Sind legale Schnüffler sympathischer?

Seit Wochen tobt jetzt bereits die Schlacht um die Spionageaktion, mit welcher der Verwaltungsrat der Computerfirma HP herausfinden wollte, wer der Presse mal wieder Interna gesteckt hatte. Diese Woche gipfelte die Affäre im Abgang der CEO Patricia Dunn.

Unerträglich erscheint mir – und ich glaube, das hat mit meiner eruopäischen Abstammung für einmal nichts zu tun – die Diskussion darüber, ob die Methode der von HP angestellten Privatdetektei «legal» sei oder nicht. Die Schnüffler hatten sich von Telefonfirmen die Anrufregister nicht nur von HP- Angestellten, sondern auch von Journalisten geben lassen, indem sie sich mit deren Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten als die rechtmässigen Inhaber der Anschlüsse ausgaben. «Pretexting» nennt sich diese Praxis, die angeblich keinerlei Gesetze bricht oder zumindest einer «breit akzeptierten» Praxis entspreche.

Ehrlich gesagt, mir ist vollkommen wurscht, ob das Vorgehen legal gewesen ist oder nicht. Es entspricht ganz offensichtlich der Ethik der Firma HP – und katapultiert sie damit für mich auf eine schwarze Liste. Nach den Pressemitteilungen, die mit HTML-Markierungen versehen waren, um festzustellen, welche Schweizer Journalisten die Communiqués lesen und welche sie ungelesen löschen und den Druckern aus dem Hause HP, die heimlich via Internet Angaben über ihren Gebrauch durch den Käufer «nach Hause meldeten» ist jetzt endgültig klar, dass man bei dieser Firma nichts von Privatsphäre hält.

Aber ehrlich gesagt, diese Erkenntnis hätte ich nicht gebraucht, um mich inskünftig von HP-Produkten fern zu halten. Da hat mir das Treiber-Material (das sind nur die Programme, mit denen Geräte wie Drucker etc vom PC aus gesteuert werden können) für mein Kombi Fax-, Druck- und Scangerät gereicht, das ich kürzlich nachinstallieren musste. Zunächst waren 200 Megabyte aus dem Netz herunter zu laden (Treiber-Programme sind meist extrem klein, aber bunte Schnörkel und Grafiken lassen sie leider immer häufiger auf ein paar Megabyte anwachsen. 200 Megabyte für einen Druckertreiber sind mir aber noch nicht begegnet), die sich dann nach der Installation auf ZWEI GIGABYTE vergrösserten. HP versucht offenbar nicht nur, mit der überteuerten Tinte für die billigen Drucker Geld zu machen, sondern zugleich an Speicher in den geräten zu sparen, indem sie einfach meine Harddisk für den Werbe- und sonstigen Müll missbrauchen, der mit ihren Treibern kommt.

Apple bald im Wohnzimmer

261.jpgDas hab ich noch nie erlebt: Apple-Halbgott Steve Jobs musste das Publikum heute morgen im Yerba Buena – Theater in San Francisco regelrecht zum Applaus auffordern. Irgendwie waren die Gäste vom neuen Filmangebot auf iTunes (zunächst 75 Spielfilme, alle vom Disney-Konzern stammend) weder preislich ($14.99) noch qualitativ (640×480 Pixel – etwas besser als Standard-TV -Auflösung) so richtig hingerissen. Die Präsentation der eigentlichen Revolution – eines Streaming-Geräts, das die Inhalte aller Computer mit iTunes via Funknetz ins Wohnzimmer bringt – wirkte nach der verhaltenen Stimmung im Hauptteil der Veranstaltung ebenso unangemessen flau.

Dabei hatte alles wie immer begonnen: Steve präsentiert die neusten Erfolgszahlen und gleich darauf die neuen iPod-Modelle (mit 30 oder 80 Gigabytes, neue, bunte Nanos und ein auf die halbe grösse geschrumpfter, quadratischer iPod Shuffle mit eingebautem Feder-Clip, für 75$). Dann zeigte er die neue Version von iTunes, seinem überaus erfolgreichen Musik- und TV-Serien-Shop, der jetzt (endlich) mit der automatischen Anzeige aller Album-Covers für die Musik ergänzt wurde – und einem wirklich coolen Feature, dem Cover-Flip, wobei der Benutzer die Hüllen seiner virtuellen Plattensammlung durchblättern kann. Auch das gibts zwar schon, aber es sieht einfach niemals so gut aus wie bei Apple.

All das kam beim Publikum so gut an wie immer und löste heftigen Applaus, wenn nicht sogar Begeisterungsrufe aus.

Anders die Movies für iTunes. Jobs konnte von der “DVD-nahen Auflösung” schwärmen, so lang er wollte – das Publikum blieb stumm. Was sich mit Musik so leicht anstellen liess – nämlich dem legalen Download mit einem attraktiven Preis bei praktisch gleicher Qualität auf die Sprünge zu helfen – ist im Filmgeschäft wohl nicht ganz so einfach.

Bei den Filmen ist alles anders: Sie werden auf das «falsche» Gerät heruntergladen (wer will schon “Pirates of the Caribbean” am Computer angucken – vom iPod ganz zu schweigen), haben eine (deutlich sichtbar) schlechtere Qualität und kosten dabei mehr als die DVD-Miete bei Blockbuster – das geht nicht auf.

Nach dem dritten Filmbeispiel musste Steve Jobs deshalb ins Publikum hinausfragen: «Na, was haltet Ihr davon? Erstaunlich, nicht?», um einen eher verhaltenen Beifall zu erheischen.

Die ungewöhnlich nüchterne Stimmung nach dem Höhepunkt der Präsentation, die auch von Disney-Chef Bob Iger auf der Bühne kommentiert worden war, erschien das Anhängsel zum Schluss wie ein Notfallprogramm, das just für diesen Fall vorbereitet worden war: Völlig untypisch für Apple kündigte Steve Jobs ein Gerät an, das noch nicht marktreif ist und noch nicht einmal einen coolen Namen hat. iTV nennt Jobs die kleine Box im Format des Mac Mini, die sich an jedes Computernetzwerk per Funk anschliessen lässt und dann alle Inhalte der iTunes-Software von den vorhandenen Computern (Musik, Fotos, TV-Serien, Filme) auf dem TV im Wohnzimmer abspielt.

Dieses Streaming-Gerät allerdings dürfte Apple tatsächlich einen Schritt nach vorne katapultieren. Es bringt nicht nur die gewohnt intuitive und dabei ausnehmend elegante Benutzeroberfläche auf den hochauflösenden Fernsehschirm in der guten Stube, sondern es arbeitet mit iTunes sowohl auf Mac als auch auf Windows zusammen. Damit schafft Apple den Schritt ins Wohnzimmer, den Microsoft mit der Spielkonsole xBox angestrebt hat – aber damit irgendwie im Kinderzimmer oder der Studentenbude gelandet ist. Das Design-Statussymbol Apple hingegen hat mit seinen neuen Intel-Macs den Sprung aus der Künstler-Nische geschafft, ist via iPod in die Jackett-Taschen der Geschäftsleute gerutscht und wird bald in den Entertainment-Cornern der nobelsten Lofts zu bewundern sein. Gleichzeitig bindet Apple die Käufer des 299$ teuren Geräts via iTunes-Software auf Lebenszeit an sein eigenes Online- Musik- TV- und Film- Angebot.

Damit ist der Design-Computerhersteller als erster dort, wo «Lifestyle»-Firmen wie Sony immer schon hinwollten: In allen Lebesnbereichen der Kundschaft. Im Büro, im Arbeits- und Kinderzimmer, in der Hosentasche, im Auto und bald schon im Wohnzimmer.

iPhone? iPlay? Ideen für Jobs

260.jpgIn zehn Stunden wissen wirs: Um neun Uhr heute früh ist Einlass im Yerba Buena-Theater in San Francisco, wenig später wird Steve Jobs ein neues Apple-Gadget präsentieren, und das Publikum wird einmal mehr toben vor Begeisterung. Denn egal was es ist und ob es das Gerät längst auf dem Markt gibt: Die Version von Apple sieht besser aus, lässt sich leichter bedienen und ist das einzige, womit sich Apple-Fans zufrieden geben.

Damit das Warten nicht so schwer fällt, hat das Kultmagazin Wired schon mal ein paar Ideen in grafischer Form aus diversen Design-Websites zusammengesucht.

Ich hab ein paar mal pausiert, aber jetzt will ich Jobs mal wieder in Aktion sehen. Und abends feiere ich im Computer Museum in Mountain View mit ein paar anderen Geeks den 50sten Geburtstag der Harddisk.

Nachahmer und Vorgänger

259.jpgDie Aufmerksamkeit, die ein Film wie Ahree Lees «Me» auf Youtube gewinnen kann, ist ja schon erstaunlich genug. Aber die Reaktionen auf den wochenlangen Youtube-Hit finde ich noch weit bemerkenswerter: Von kleinen Idioten, die sich bekiffterweise mit Video-Kommentaren lächerlich machen bis zu ironischen Nachahmern und an einer Stelle sogar einem möglichen Vorläufer (wenn es sich bei diesem Werk nicht um eine raffinierte Fälschung handelt) und einem eilends angestellten Konzeptvergleich: das Bedürfnis, irgendwie an Lees Erfolg teilzuhaben, ist immens. Auffällig ist dabei auch die Vielfalt der Formen. Wie Lawrence Lessig festhält: Geschriebener Text ist heute schon fast so was wie Latein – eine Tote Sprache für Spezialisten. Die Kids von heute drücken sich in Videos und Mashups aus.

«Jemand sollte…»

Da habe ich ja nochmals Glück gehabt: Vor ein paar Wochen konnte ich endlich den Stanford- Rechtsprofessor, Autor und Gründer von Creative Commons interviewen, Lawrence Lessig (mehr dazu im Tagi vom Montag). Jetzt hat sich der populäre Denker nach Berlin abgesetzt, wo er sich ein Jahr lang verstecken will.

Offenbar gedenkt er aber dennoch sein Blog weiter zu führen. Und mir ist bei Lessig ein Detail aufgefallen: Der Mann bittet bisweilen ganz offen um Hilfe, zum Beispiel mit Computerproblemen, und kriegt sie natürlich in Form unzähliger Kommentare.

Darüberhinaus hat er seine eigene Technik entwickelt, die Community zu bestimmten Taten aufzurufen, ohne in den Verdacht zu geraten, andere herum zu kommandieren. Lessig verweist einfach auf ein Problem oder eine neue Entwicklung im Web und fügt dann irgendwie ganz beiläufig an – “jemand sollte dazu ein Programm schreiben”.

Ich bin überzeugt, es wird nicht lange dauern, bis genau der gewünschte Service im Web auftaucht.

Irgendjemand sollte dazu eine Statistik anlegen.