Es gibt mutige Journalisten am US-TV

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255.jpgMSNBC ist nicht gerade der politlastigste Sender im amerikanischen Kabelfernsehen, aber hin und wieder verblüfft die Station mit mutigen Kommentaren.

Ich möchte auf den jüngsten hinweisen, weil ich aus der Schweiz nur zu oft höre, in den USA seien alle gleichgeschaltet und es gebe keine kritischen Medien. Es gibt sie nicht nur (das öffentliche Fernsehen PBS hat ebenso hochqualitative Sendungen wie der öffentliche Rundfunk NPR), sondern auch die lauwarmen Mainstreamer - von Murdochs unheimlichen Propagandamaschinen wie Fox News mal abgesehen - tun sich bisweilen mit kritischen Zwischenrufen hervor, die angesichts des Kommerzialisierungsgrads dieser Nation als mutig bezeichnet werden müssen.

Auf dem leider nicht sonderlich stark beachtetn MSNBC ist es häufig der ehemalige Sportreporter Keith Olberman, der in seiner einstündigen News-Analyse am Abend mehr als deutliche Worte spricht.

Gestern hat er es in einem vielbeachteten und äusserst engagierten Kommentar mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld aufgenommen, der in einer Rede in Utah zuvor die politische Linke als Faschisten beschimpfte, die nicht auf ihn hören wollten - oder so ähnlich.

Wer ein Stück zeitgenössischen TV-Journalismus der USA sehen will, das mit den besten Momenten (Murrow vs McCarthy) beinahe mithalten kann, findet Olbermans Kommentar als Video und als Transkript hier.

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