Jun
28
Google startet Internet-Banking
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Der Krake Google holt sich noch mehr unserer heikelsten Daten: Heute startet der Konzern seinen Internet- Micropayment - Service. Gemäss New York Times heisst der Dienst «Google Checkout». Er soll den Surfern ermöglichen, für Kleineinkäufe im Netz ohne Eingabe ihrer Kreditkartennummer zu bezahlen.
Ähnliches haben andere wie Microsoft oder Yahoo zuvor schon versucht, aber der einzige Service, der den Durchbruch schaffte, ist Paypal. Das Unternehmen ist heute eine regelrechte Online- Bank, die sogar Kreditkarten ausgibt und die Bezahlung von kleineren Beträgen an jeden Inhaber einer Email- Adresse ohne wiederholtes Eingeben der Kreditkartennumemr ermöglicht. Das Auktionshaus Ebay hat Paypal im Oktober 2002 aufgekauft und inzwischen zu einem breit akzeptierten, sicheren Online-Zahlungsdienst gemacht. (Wers ausprobieren will, kann mir hier sehr gerne zu Testzwecken 5$ überweisen…)
Allerdings zwackt Paypal dem Verkäufer einen gehörigen Prozentsatz des Betrages ab, der den Besitzer wechselt. Hier will nun Google in die Bresche hauen: Wer sich seine Dienste oder Waren mit Googles System bezahlen lässt und zugleich bei Google Werbung via Adwords bucht, dem erlässt der Suchmaschinengigant laut NYT die Gebühren für den Bezahlvorgang.
Das könnte dem Newcomer im Online- Bezahldienst zum Vorteil gegenüber Paypal gereichen - oder zu einer Preissenkung bei der übermächtigen Konkurrenz führen.
So oder so dürfte Ebay jedenfalls über die Konkurrenz aus dem Partnerhaus Google, wo der Auktionsriese sehr viel Werbung schaltet, nicht besonders erfreut sein. Dabei geht es Google wie bei all seinenNeulanciereungen wohl in erster Linie darum, in den Besitz von Kundendaten zu kommen - wer Checkout nutzt, gibt nicht nur seine wahre Identität zusammen mit einer Email- Adresse preis, sondern zugleich auch noch Kreditkartendaten. Die Suchmaschinenfirma gelangt so an noch mehr persönliches Datenmaterial, mit dem es gezielte Werbung schalten kann.
Nicht alle Kommentatoren im Netz sehen in Checkout in erster Linie eine Konkurrenz für Paypal. Wer eher unter dem bequemen Einkaufsvergnügen leiden werde, sagt der Online- Dienst Cnet, ist Amazon, dessen Internet- Laden bisher aufgrund der bequemen Bedienung immer und immer wieder frequentiert wurde. Mit einem zentralen Kunden- Konto bei Google bräuchten die Konsumenten Amazon gar nicht mehr, meint der Cnet-Kommentator.
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