Mai
15
Illegale Notizen
Filed Under Allgemein
Ich bin kein grosser Freund von Amazon.com (vor allem, weil ich vor vier Jahren allen gepredigt habe, dass ich jetzt Aktien des Online-Buchhändlers kaufen würde, weil die nämlich steigen werden - was sie taten, OHNE dass ich welche gekauft hatte), aber wenn ich ein bestimmtes Buch rasch haben muss, erweist sich die Webseite mindestens als gutes Recherchemittel für die ISBN. Wenn danach «The Green Apple» ebenso wie «City Lights» erklären, sie hätten den Titel nicht an Lager, dann schreite ich in der Regel zum Online-Kauf.
Das nützt zwar auch nichts, wenn ich am Freitag einen Auftrag für einen Artikel kriege, der am Montagmorgen (sprich an meinem Sonntagabend) in Zürich sein müsste. Aber einzelne Titel sind auf Amazon inzwischen als digitale Bücher im verschlüsselten Format des Adobe-PDF-Readers verfügbar.
Vor einigen Tagen habe ich mich aus obigen Gründen durchgerungen, für die Krüppel-Dateien Geld auszugeben. Zunächst nervt daran, dass auf Amazon gleich sichtbar wird, dass die Taschenbuchausgabe WENIGER kostet als die digitale Fassung.
Wenigstens hat danach die Anmeldung meines Acrobat reibungslos funktioniert: Wer über ein Passport-Profil verfügt, den Service von Microsoft, der einst als Internet-Identitätskarte geplant war und jetzt noch ein Mauerblümchendasein fristet, kann den neuen PDF-Reader von Adobe damit für digitale Bücher freischalten.
Will heissen, das gekaufte Buch wird bei Amazon so verschlüsselt, dass es sich nur auf meinem Rechner mit dem «freigeschalteten» Reader öffnen lässt.
Immerhin lässt Adobe inzwischen nicht nur den Export des teuer bezahlten Nichts (wieso kostet etwas, das man nicht drucken und nicht verschicken muss, drei Dollar mehr als ein Paperback?) auf Handheld-Computer wie mein Smartphone zu, sondern auch die Freischaltung von Acrobat-Readern auf insgesamt sechs Computern.
Also konnte ich auch das Programm auf meinem Notebook freischalten und die beiden Werke danach in meinem Lieblingscafé am Golden Gate Park lesen.
Vor allem aber musste ich sie mit einem Haufen MArkierungen und Notizen versehen, um später daraus zitieren zu können. Und schliesslich sagt der Reader beim Öffnen ja ausdrücklich, dass man Textstellen markieren könne (siehe Bild).
Das ist auch absolut richtig. Ich habe stundenlang gelesen, notiert, markiert, und dann die Datei gespeichert, meinen Kaffee ausgetrunken, den Heimweg angetreten und seriös mit der Arbeit angefangen. Sehr seriös. Denn zu Hause war beim erneuten Öffnen des gespeicherten Buchs keine einzige Markierung mehr vorhanden.
Der freundliche Hinweis in Acrobat ist absolut richtig: «Sie können in diesem digitalen Buch Markierungen anbringen!»
- Aber sie sollten nicht darauf zählen, dass davon irgendwas gespeichert wird.
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