Archiv für den Monat: Mai 2006

Filme frisch ab Cannes

111.jpgSchnell, schneller am schnellsten: Schweizer Radio DRS bricht derzeit alle Rekorde mit Inside-Einblicken und ersten Eindrücken der kommenden Kinohits – direkt aus den Kinosälen in Cannes. Der DRS-Filmredaktor schreibt nämlich seinen Blog noch während der Vorführung auf seinem Treo-Smartphone. Das erklärt die anfängliche Sammlung von Tippfehlern, die inzwischen von der Onlineredaktion von DRS ausgemerzt worden sind. Aber ein Notebook ist im Kino wohl nicht erlaubt, und die Screenbeleuchtung des Treo dürfte Michael Sennhausers Sitznachbarn schon genügend nerven.

Illegale Notizen

108.jpgIch bin kein grosser Freund von Amazon.com (vor allem, weil ich vor vier Jahren allen gepredigt habe, dass ich jetzt Aktien des Online-Buchhändlers kaufen würde, weil die nämlich steigen werden – was sie taten, OHNE dass ich welche gekauft hatte), aber wenn ich ein bestimmtes Buch rasch haben muss, erweist sich die Webseite mindestens als gutes Recherchemittel für die ISBN. Wenn danach «The Green Apple» ebenso wie «City Lights» erklären, sie hätten den Titel nicht an Lager, dann schreite ich in der Regel zum Online-Kauf.

Das nützt zwar auch nichts, wenn ich am Freitag einen Auftrag für einen Artikel kriege, der am Montagmorgen (sprich an meinem Sonntagabend) in Zürich sein müsste. Aber einzelne Titel sind auf Amazon inzwischen als digitale Bücher im verschlüsselten Format des Adobe-PDF-Readers verfügbar.

Vor einigen Tagen habe ich mich aus obigen Gründen durchgerungen, für die Krüppel-Dateien Geld auszugeben. Zunächst nervt daran, dass auf Amazon gleich sichtbar wird, dass die Taschenbuchausgabe WENIGER kostet als die digitale Fassung.

Wenigstens hat danach die Anmeldung meines Acrobat reibungslos funktioniert: Wer über ein Passport-Profil verfügt, den Service von Microsoft, der einst als Internet-Identitätskarte geplant war und jetzt noch ein Mauerblümchendasein fristet, kann den neuen PDF-Reader von Adobe damit für digitale Bücher freischalten.

Will heissen, das gekaufte Buch wird bei Amazon so verschlüsselt, dass es sich nur auf meinem Rechner mit dem «freigeschalteten» Reader öffnen lässt.

Immerhin lässt Adobe inzwischen nicht nur den Export des teuer bezahlten Nichts (wieso kostet etwas, das man nicht drucken und nicht verschicken muss, drei Dollar mehr als ein Paperback?) auf Handheld-Computer wie mein Smartphone zu, sondern auch die Freischaltung von Acrobat-Readern auf insgesamt sechs Computern.

Also konnte ich auch das Programm auf meinem Notebook freischalten und die beiden Werke danach in meinem Lieblingscafé am Golden Gate Park lesen.

Vor allem aber musste ich sie mit einem Haufen MArkierungen und Notizen versehen, um später daraus zitieren zu können. Und schliesslich sagt der Reader beim Öffnen ja ausdrücklich, dass man Textstellen markieren könne (siehe Bild).

Das ist auch absolut richtig. Ich habe stundenlang gelesen, notiert, markiert, und dann die Datei gespeichert, meinen Kaffee ausgetrunken, den Heimweg angetreten und seriös mit der Arbeit angefangen. Sehr seriös. Denn zu Hause war beim erneuten Öffnen des gespeicherten Buchs keine einzige Markierung mehr vorhanden.

Der freundliche Hinweis in Acrobat ist absolut richtig: «Sie können in diesem digitalen Buch Markierungen anbringen!»

- Aber sie sollten nicht darauf zählen, dass davon irgendwas gespeichert wird.

Weisse weiche Watte

356.jpgDas also ist der Ausblick von meiner Terrasse. Eigentlich ist es ja eine Feuerleiter, die zu betreten mir laut Mietvertrag bei Todesstrafe verboten ist – deshalb nenne ich sie ja meine Terrasse.

Und der weisse Schaum im Hintergrund ist der Nebel (hinter den Häusern, nicht in der Tasse – das ist mein Cappuccino). Die berüchtigten Schwaden, die San Franciscos Golden Gate Bridge an gewissen Tagen zu einem besonders dramatischen Fotosujet und meinen Tag zu einem grauen Einerlei machen. Später im Sommer jedenfalls, denn jetzt, im Frühling, wallt die Watte häufig nur hinauf bis zur 20. oder 10. Avenue, und meine Terrasse an der 2. Avenue bleibt mein kleiner Ausflugsort, wo ich mir im Nu einen Sonnenbrand hole. Denn San Franciscos zweites Feature ist die permanente Brise vom Pazifik, die einerseits den Nebel und anderseits de Kälte reinbringt, sodass halbkahle ausländische Journalisten auf ihren Feuerleitern nicht merken, dass sich ihre Kopfhaut zu kräuseln beginnt.

Genug des Gejammers – es ist Sommer in San Francisco. Der dauert, wenigstens in meinem Quartier, bis Juni.

Gohoooooooooooo?

107.jpgZiemlich erschreckend, was sich die Yahoos von der grossen Abteilung des Internetportals in Deutschland für die Schweiz unter www.yahoo.ch haben einfallen lassen: Keine eigene Inhalte.

Aber zumindest ist hiermit klar, wohin die Reise für Yahoo! führen soll.

Wenigstens ist die Seite nicht im Microsoft-Design gehalten…