Jan
9
«Moment…! Da ist noch etwas…»
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Was genau «da noch ist», werden wir morgen früh - heute abend nach Schweizer Zeit - feststellen: San Francisco ist im MacWorld-Fieber, und Steve Jobs enthüllt zum Auftakt der Messe wohl wieder ein paar Gadgets.
Erwartet werden: Zwei LCD-TV-Apparate mit eingebautem Mac-PC und Fernbedienung, Ersatz für den iPod Shuffle, ein brauchbares iTunes-Telefon und diverse Verbesserungen in Apples online-Dienst .Mac (der am Dienstag Morgen PST während fünf Stunden «zu Wartungszwecken» offline geht). Ausserdem selbstredend ein neuer Cube, die Wiedergeburt des Newton, ein reinrassiges iPod-Handy und die Eier legende Wollmilchsau.
Ich berichte morgen Abend an dieser Stelle über die Vollversammlung der Apple-Sekte und die neusten Kleinigkeiten.
Jan
9
Google-Ads in Tageszeitungen
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Mit kleinen, unscheinbaren Textinseraten macht Google im Internet seine Milliarden. Nicht mehr nur dort: In einem ersten Test mit Tageszeitungen füllt Google jetzt leeren Inserateraum in der Chicago Sun-Times mit den Dreizeilern, die in der gedruckten Version um eine Telefonnummer und den ausgeschriebenen «Link» des Werbekunden ergänzt werden.
Im Internet erscheinen die Textinserate neben den Suchresultaten auf der Hauptsite der Searchengine, stehen in direkter Beziehung zu den Abfragebegriffen des Surfers und haben einen gigantischen Vorteil gegenüber jeder Werbung in Print- oder anderen Massenmedien: Es sind in erster Linie Links zu den Webseiten der Werbekunden. Und die bezahlen erst dann für die Werbung, wenn ein Kunde die Querverbindung angeklickt und die Seite des Werbekunden besucht hat. Das System hat der bezahlten Werbung im Internet zum Durchbruch verholfen und Mediaagenturen einen alten Traum erfüllt: Mit den Klickraten wird nicht nur die Wirksamkeit der Werbung messbar, vielmehr werden die Kosten für «nutzlose» Werbung gekappt.
Inzwischen sind die Mini-Inserate auf immer mehr Websites zu finden, die sich für eine Beteiligung an den Klick-Einnahmen als Publikationsfläche Googles zur Verfügung stellen.
Bereits vor einem halben Jahr hat die Suchmaschine erste Tests mit Werbefläche in Printmedien - zwei amerikanischen Computermagazinen - durchgeführt, und seit Anfang Woche läuft der Test in der Chigaco Sun-Times.
Über die Details des Deals wollten weder Google noch die Sun-Times zunächst Auskunft geben, berichtet «Chicago Business». Klar ist lediglich, dass Google jene Inseratespalten übernimmt, welche ansonsten unverkauft blieben und mit sogenannten «Eigen-» oder «Füllerinseraten» (in der Schweiz häufig zu Gunsten von Non-Profit-Organisationen) gestopft werden.
Interessant wird die Frage, mit welcher «Klickrate», sprich zu welchem Preis, die Textzeilen den Google-Kunden in Rechnung gestellt werden. Diese kaufen beim herkömmlichen Google-System nicht Inserateraum, sondern die Stichwörter der Google-Benutzer, welche das Erscheinen ihres Insertes auslösen sollen; dieser Preis ist noch dazu nicht fix, vielmehr werden die Suchbegriffe gewissermassen «versteigert»: Je mehr ein Werbekunde für einen Begriff zu zahlen bereit ist, umso weiter oben wird sein Inserat in der Spalte der «bezahlten Links» auf Googles Resultateseite dargestellt.
Bisher gehen die Interpretationen des Print- Tests in die Richtung, dass Google mit dem System einen Fuss in die lokalen Märkte kriegen will.
Jan
7
Google treibt die MS-Cashcow in den Rinderwahnsinn
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Da soll noch jemand behaupten, Bill Gates habe nicht gewusst, was Googles Larry Page an der CES in Las Vegas ankünden würde - einen Tag, nachdem Billyboy feststellte, Microsofts Problem sei IBM und nicht Google:
Wenn das kostenlose Softwarepaket «Google-Pack», das die Suchmaschinenbetreiber jetzt lancieren, keine Kriegserklärung an Microsoft ist, dann weiss ich nicht, wie die aussehen soll. Obwohl für das erste Paket jemand schnell ein paar ohnehin kostenlos verfügbare Anwendungen zusammengeschnürt hat:
Für Microsoft steckt der Teufel im automatischen Update-Service, der mit dem Google-Pack auf die Rechner gepflanzt wird. Einmal installiert, spült das Google-Portal den Anwendern möglicherweise schon bald Anwendungen wie das freie Open-Office auf die Rechner. Und ganz plötzlich wird die kostenlose Konkurrenz, welche bisher aussser ein paar Freaks niemand installieren mochte, zum hochansteckenden Rinderwahnsinn für Microsofts Cash-Cow «Office». Wer nicht daran glaubt, soll mal schnell bei Wired-Gründer John Battelle nachlesen, was er im intimen Gespräch erfahren hat.
Auch die zweite Google-Ankündigung, Videos und TV-Sendungen gegen Entgelt anzubieten, ist eine Etappenniederlage für Microsoft - denn Google will einen eigenen Kopierschutz entwickeln und nicht das von den Redmondern gebastelte Kopien-Vergiftungssystem übernehmen.
Für die Anwender heisst das indes nur eins: NOCH ein Ärgernis der Klasse Un-CD, iTunes-Murks-MP3 und verkorkster Windows-Videoaufnahmen, die sich (vielleicht) mehr als einmal, jedenfalls aber ausschliesslich auf dem Download-Gerät konsumieren lassen.
Jan
6
IBM ist GROOOOSSSS. Macht das die MS-Konkurrenz?
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Nicht Google sei der Hauptgegner, sondern IBM, gab Microsofts «Ober- Software- Architekt» Bill Gates in Las Vegas an der Consumer Electronics Show von sich - und sofort behaupten fachkundige Blogger, das hätten sie doch immer gesagt und Google sei nicht mehr als ein Medienhype.
Hervorragend, Bill, mission accomplished: Scheinwerfer auf IBM, vergesst Google. Der wahre Riese im Raum ist nämlich IBM, und damit ist IBM Microsofts Gegner.
Wie bitte? Seit wann ist schiere Grösse der Konkurrenzfaktor in der Businesswelt? Der zweifellos medienmässig unterbewertete ehemalige Büromaschinenlieferant IBM ist wohl in vielen Gebieten tätig - mit Microsofts Kerngeschäft überschneiden sich seine Aktivitäten aber doch wohl ausschliesslich im Server- und Business-IT-Bereich. Im Consumer- und Clientmarkt (PC-Software und Betriebssysteme) ist IBM praktisch nicht mehr vertreten, noch viel weniger in der Medien- oder gar Entertainment-Sparte.
Microsoft dagegen harkte auch im ersten Steuerquartal 2006 wie eh und je die Hälfte der knapp 10 Milliarden Dollar Umsatz mit Betriebssystemen (Windows) und Büroprogrammen (Office und Co) in die Schatullen und machte damit weiterhin den Löwenanteil des Gewinns.
Und natürlich ist Google ein Medienhype, aber genau das macht die Firma doch viel eher zum Problem für Microsoft als IBM: Wenn die Suchmaschine weiterhin zu einem webbasierten (und kostenlosen) Tischlein-deck-dich für Anwender mutiert, erodiert zunächst Microsofts Anwendungs- und gelegentlich der Client (Windows-) Markt. Was ursprünglich schon die Technik von Suns Java, der plattformunabhängigen Programmiersprache hatte besorgen sollen, könnte nun in den Services von Google plötzlich Wahrheit werden: Immer grössere Teile der teuren MS-Software werden überflüssig. Da Google als Werbefinanzierter Konzern anders als alle bisherigen «Solo»-Herausforderer Microsofts von Aufmerksamkeit und der Liebe des Publikums lebt, könnte sich die Im Geld schwimmende Suchmaschinenfirma das nicht nur leisten, es würde auch perfekt Sinn machen.
Dass Gates das kapiert hat, beweist seine kürzliche Ankündigung der Mutation der Kassenschlager-Software zu Web-Services in Form von «Windows-Live» und «Office-Live»: Microsoft muss Google zuvor kommen und die Abhängigkeit der Kunden ins Internet transferieren.
Der Niedergang des Client- und Bürosoftwaremarktes hätte für Microsoft nämlich auch in der derzeit vielversprechend wachsenden Serversparte (der grossen Schnittmenge mit IBM) Auswirkungen: Ein Grossteil der Kunden setzt doch einfach wegen der bequemen «alles aus einer Hand» - Politik auch auf Microsoft. Wo Outlook die Termin- und Mailsoftware der Wahl ist, da brauchts halt auch einen Exchange-Server. Ohne die MS-Abhängigkeit aufgrund der vielen Windows-Clients dürfte sich die Server- und Business-Software-Evaluation in vielen Unternehmen sehr viel konkurrenzfreudiger gestalten.
IBM kann Gates für das Spotlight danken, welches er in Las Vegas grad mal hat rüberleuchten lassen. Vielleicht hat er ja vor besagtem Interview grad einen Packen IBM-Aktien gekauft.
Jan
4
Psycho-Spiegel
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Zumindest von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus muss ich jetzt eingestehen, eine leise Vorliebe für jüngere gegenüber älteren Menschen und leichte Anzeichen von Sexismus bezüglich der Geschlechter und Wissenschaft zu haben. Dafür bin ich nachweislich völlig wertfrei in der Gegenüberstellung von schwarzen und weissen Menschen und vollkommen indifferent bezüglich Homo- oder Heterosexualität.
Die Site der Uni Harvard warnt übrigens ausdrücklich, dass ihr Test von der eigenen Selbsteinschätzung abweichende Resultate ergeben kann (und impliziert für diesen Fall, dass die Selbsteinschätzung falsch ist).
Jan
4
Ende Flut, alles gut
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Es hat aufgehört zu regnen. Interessant finde ich ja, dass die Flut in der Schweiz, Österreich und Süddeutschland vom letzten Sommer in den US-Medien praktisch nicht erwähnt wurde. Das 20-Jahr Hochwasser hier drüben allerdings scheint Europa brennend zu interessieren…
In San Francisco selber wars halb so wild - es goss ganz einfach tagelang in Strömen.
Gefährlich wird das hier eigentlich nur, weil die teilweise extremen Potholes in der Strasse nicht mehr von normalen Pfützen zu unterscheiden sind - dann droht das, was diesem chinesischen Radfahrer passiert ist (und dem Fotografen heftige Kritik eingebracht hat, weil er sich neben dem Loch regelrecht auf die Lauer gelegt haben soll…
Aber in San Francisco bentutz man Fahrräder ja ohnehin nur zum Freizeitvergnügen.
Jan
3
Eltern, aufgepasst! Ist euer Kind ein HACKER?
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Es hat ein paar Zeilen gebraucht, bevor ich realisiert habe, was von diesem Text zu halten ist und ich mich beinahe nass gemacht hätte.
Schade nur, dass Ironie erstens für viele Leute nicht erkennbar ist und zweitens in diesem Fall sehr nahe an der Realität dessen liegt, was Eltern über die Aktivitäten ihrer Kids am PC (und die technischen Hintergründe) wissen.
Jan
2
Weihnachtslichter
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Was den Amerikanern in einigen Bundestaaten aufgrund von Feuerwerksverboten unmöglich ist, machen sie mit «Weihnachtsbeleuchtungen» wett.
Ich möchte in keiner derart inspirierten Nachbarschaft wohnen!
Jan
2
Post und Pöstler
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Mein US-Pöstler versucht seit langem, Europa zu erziehen: Ihr mögt doch gefälligst, lässt mich der Mann immer wieder schriftlich auf meinen Umschlägen wissen, die Postleitzahl HINTER dem Namen der Stadt in der Adresse platzieren. Offenbar können die hiesigen Mailcomputer Buchstaben nicht von Ziffern unterscheiden.
Und dann war da noch die Geschichte vom UPS-Paket, das ich an ein Postfach mit der Nummer 666 in Lacey Springs, Alabama geschickt habe. Hochmoderner Betrieb, der UPS nun mal ist, wurde die Adresse vor Ort zweimal geändert, OHNE dass ich was unternehmen musste (ich kriegte einfach eine Anzeige über eine weitere Kreditkartenbelastung in Höhe von 5$). Der letzte Abnehmer wusste natürlich mit dem BMW-Tacho nichts anzufangen und hat ihn zurückgeschickt.
Dienstleistung im Zeitalter von digitaler Adressprozessierung. Mal sehen, ob ein Mensch meinen äusserst heftigen Protest beantworten wird.