Nass, sagt Ihr? Kalt und grau? Naja, der europäische Sommer ist auch nicht mehr, was er mal war.
In San Francisco hat er sich aber offenbar seit Mark Twain nicht verändert: «Der kälteste Winter, den ich je erlebt habe, war ein Sommer in San Francisco.»
Meine Gasheizung steht seit Juni im Dauerbetrieb, und vergangene Woche haben wir Anchorage (Alaska) den Rang für die tiefste Tagestemperatur abgelaufen.
Mehr als die Kälte aber drückt der Nebel die Stimmung. So wie die Inuit angeblich dreissig Begriffe für Schnee haben, müssten die Franziskaner dreissig für den Nebel haben. Er kommt in allen erdenklichen Formen (aber leider nicht in Farben) von waschküchendick über flockigtreibend bis zu sprinkelnd. Den blauen Himmel habe ich seit Wochen nicht mehr gesehen. Aber das bin ich ja vom Zürcher Herbst gewohnt.
Den wenigstens tausche ich gerne gegen die hiesige Version ein. Ab September wirds hier nämlich sonnig und bis zu dreissig Grad warm. Der folgende Winter entspricht ungefähr dem jetzigen Schweizer Sommer. Und der Frühling? Das ist in etwa ein trockener Schweizer Hebst…