Ich liebe New York. Trotz der Cockroaches an der Starbucks-Theke, der Gerüche, welche die Nase schon auf der Taxifahrt vom JFK nach Manhattan beleidigen und der Cabbies, die allesamt ihren Fahrstil aus irgendeinem Land mit Blutrache importiert haben.
Im Juli allerdings ist Manhattan unerträglich. Derzeit herrschen Temperaturen von 33 Grad (morgens um neun) bei einer Luftfeuchtigkeit, die sich ständig an der Grenze zum Taupunkt befindet. Schwitzen macht gar keinen Sinn, in der Schwüle verdunstet eh nichts mehr. Leider wissen das meine Drüsen nicht, und so stehe ich triefend in der Subway, wo die Abluft aus den klimatisierten Zügen die Temperatur auf groteske 45 Grad hochjagt.
Diejenigen Einheimischen, die sich nicht an irgendeine Beach verzogen haben, retten sich mit AC-Hopping durch die Stadt: Von einem Shop mit Klimaanlage zum nächsten. Wer auf dem Grill von Sidewalk schneller geht als ein hüftgelenkgeschädigter Grossvater bezahlt das beim nächsten Zwischenhalt mit nassglänzenden dunklen Flecken auf dem Hemd, die in Echtzeit vom ganzen Kleidungsstück Besitz ergreifen. Die Unterscheidung der Lokalbevölkerung von den Touristen folgt umgekehrten Vorzeichen: Die New Yorker sind jene in den Flipflops.
A propos Kleidung: In meinem Koffer finden sich zwei schwere Paar Jeans, drei Pullover und viel zu wenige T-Shirts. Eben das, was mir bei der Abreise in San Francisco in die Hände geriet – bei sommerlichen 18 Grad, typischem Juli-Nebel und einer steifen Brise vom Pazifik.
Nicht einmal ein ganzer Tag wars – diese Bilder sind während der Pinkelpausen auf der 700 Kilometer langen Fahrt von Los Angeles nach San Francisco entstanden.