Wir leben in einer Zeit, in welcher Technik emotionalisiert wird. Während vor zwanzig Jahren der Döschwo liebevoll «Quaki» genannt und diese Albernheit auch noch auf die unförmige Hinterbacke des Wellblechkastens gepinselt wurde, so gilt heute das Handy als Ausdruck der Persönlichkeit seines Trägers. Computer und ihre Peripherie hingegen erleben wir in erster Linie als Emotionsträger, wenn mal wieder etwas nicht funktioniert und die Wut hochkommt.
Eine gänzlich neue Erfahrung war für mich deshalb die Technik als (funktionierendes!) Transportmittel für einen emotionalen Moment: Via Instant-Messaging und Videotelefonie bin ich zum ersten Mal meiner quasi-Nichte Elisa begegnet. Und konnte mich ob der verpixelten Live-Bilder von der andern Seite der Kugel kaum halten vor Freude.
Leider wird die Sensation solcher Momente, wenn die die Technik ENDLICH in den Hintergrund rückt und Platz macht für das, was sie seit je zu vermitteln versprach, schon für die nächste Generatioin nicht mehr erfahrbar sein. Sie wächst damit auf.
Wer daran zweifelt, sollte sich Elisa mal genau ansehen. Sie war während unserer Videokonferenz grade mal vier Tage alt. Aber ich will alle Computerviren im Netz einfangen, wenn sie mir hier nicht voller Gelassenheit zuwinkt.