Jan
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Papier-Geld
Filed Under Allgemein
Ist nicht alles Geld, was glänzt? Inzwischen haben ja sogar die Amerikaner mehr oder weniger fälschungssichere Banknoten. Wer mit so einem glänzenden Fuffziger bezahlt, riskiert allerdings misstrauische Blicke. Die neuen Grünen sehen fast zu gut aus, um echt zu sein (sie stinken aber noch genauso wie die alten), und ausserdem wird alles über einem Zwanziger ohnehin genaustens unter die Lupe genommen.
Grössere Beträge bezahlt man hier sowieso nicht mit Bargeld, sondern mit - Schecks. Personal Checks, Cashier-Checks, geplatzte Checks - Ich habe diesen Dingern schon in Europa nie über den Weg getraut und unterwegs lieber auf die Kredit-, die Post- oder die EC-Karte vertraut als auf die Papierschnitzel. Vor allem auch, weil meine Unterschrift keine zwei Mal gleich aussieht.
Nun sind die USA bankentechnisch noch nicht ganz so weit wie die kleine Schweiz: Als grosse Innovation wird derzeit die “Scheck-Karte” gefeiert - eine Kreditkarte, deren Bezüge direkt dem Bankkonto belastet werden.
Richtig, in Europa gibts das schon seit zwanzig Jahren, und statt des ewig verdreckten Magnetstreifens weist unsere EC- oder Maestro-Karte einen Chip auf, der hier immer wieder für grosses Aufsehen sorgt, wenn ich mal wieder meine Schweizer Karte zücke.
Wenigstens verfügt die weit fortgeschrittene Bank of America über einen Telebanking-Dienst, und so bezahle ich meine Rechnungen hier fast so bequem wie jene in der “alten Welt” bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank am heimischen Bildschirm.
Aber auch dazu war ein Lernprozess nötig. Als ich meine Vermieterin um ihre Kontonummer bat, muss sie mich wohl für einen Trickbetrüger gehalten haben.
Denn die brauchts hier nicht, vielmehr muss am Bildschirm genauso wie auf den leidigen Checks der Name des Empfängers buchstabengenau, zusätzlich aber auch noch seine Adresse eingetippt werden.
Hinter dem digital erteilten Dauerauftrag steckt nämlich noch die alte US-Bankmaschinerie. Das heisst, meine Bank druckt in meinem Namen Schecks aus und verschickt sie per Post an die Empfänger, die sie ihrerseits zum Schalter ihrer Bank tragen und einlösen. Monat für Monat.
Und das alles passiert auch im Silicon Valley.
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