In diesem Land, das hat Präsident Bush in seiner Antrittsrede gemäss Zeitungsanalysen 37 mal klargemacht, gilt Freiheit immer noch als oberstes Gut. Die Freiheit, zu sagen, was man will, beispielsweise, und überall hin zu fahren, um zu sagen, was man will. Oder beides gleichzeitig.Diese Kombination im speziellen unterscheidet die neue Welt von Europa, wo in vielen Ländern eine Freisprech-Anlage Bedingung für die Benutzung des Mobiltelefons im Auto ist. Wer diese Form der Rede-Freiheit nicht nutzt, riskiert eine saftige Busse.
In den USA erwägen derzeit nur gerade drei Staaten, den Automobilisten zu verbieten, gleichzeitig ein Cellphone zu bedienen und einen Wagen zu lenken.
Durch die Strassen von San Francisco, wo dies noch zu den Grundfreiheiten gehört, kurven jedenfalls nach meinen Beobachtungen weit über dreissig Prozent aller Fahrer mit dem Handy am Ohr.
Interessanterweise scheint ein Ohrknopf-Kabel oder gar ein Bluetooth-Headset eher von den Fussgängern favorisiert zu werden. Die brauchen nämlich beide Hände, um unterwegs kleckerfrei ihre Fajita zu essen, während sie dem Schatzi mitteilen, dass sie grade eine Fajita essen; in den zu 90 Prozent automatisch geschalteten Autos dagegen haben die meisten Fahrer ja mindestens die rechte Hand frei, um das Cellphone ans Ohr zu drücken (die Fajita klemmen sie dieweil zwischen die Knie).
Die volle Freiheit genossen hat jener Cop, der mich kürzlich im Streifenwagen auf dem Geary-Boulevard (vollkommen legal) rechts überholt hat. Mit der Rechten drückte er ein Handy ans Ohr. Und mit der Linken hielt er das Mikro des Sprechfunks vor den Mund. (Ich habe keine Ahnung, wo er seine Fajita untergebracht hatte.)
In dieser Kolumne wird der Begriff «Freiheit» ganz oder in Teilen acht Mal verwendet. «Fajita» ist drei- und «nämlich» einmal zu finden. «Irak» oder «Armut» hingegen werden kein einziges Mal benutzt.
Ist nicht alles Geld, was glänzt? Inzwischen haben ja sogar die Amerikaner mehr oder weniger fälschungssichere Banknoten. Wer mit so einem glänzenden Fuffziger bezahlt, riskiert allerdings misstrauische Blicke. Die neuen Grünen sehen fast zu gut aus, um echt zu sein (sie stinken aber noch genauso wie die alten), und ausserdem wird alles über einem Zwanziger ohnehin genaustens unter die Lupe genommen.