Okt
8
Umzug
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Es ist kaum einen Monat her, da war ich nach mühseligem Umverteilen all meiner Habselig- und -unseligkeiten (ich wusste gar nicht mehr, dass ich ein Luftgewehr habe..?) froh, fast nichts mehr zu besitzen. Und die wichtigsten Stücke, von denen ich mich nicht trennen mochte, lagern in ihre Einzelteile zerlegt auf Estrichen und in Garagen von Freunden. Zwei Monate und meine ganzen Nerven hat die Entsorgungsaktion gekostet.
Bloss: Jetzt sitze ich in der neuen Wohnung auf der andern Seite der Kugel und suche im Craigslist.org nach eben den Dingen, die ich grade losgeworden bin. Und nach dreissig Tagen und drei Hotelzimmern besitze ich bereits wieder soviel Zeug, dass ein Mietvan für den Umzug nötig wurde. Mit dem habe ich dann meinen Berg von der Turk Street an die 2nd Ave bugsiert und bin danach 50 Meilen durch die Strassen von San Francisco gekreuzt: Auf der Suche nach «Moving Sales».
Denn die Amerikaner erledigen das mit den Habseligkeiten noch viel schneller als unsereins. Wer woanders einen Job kriegt, muss offenbar innerhalb einer Woche dort- und vorher seine Habe los sein. Evan und Colette jedenfalls ziehen zurück nach New York - «due next Monday» - und überliessen mir liebend gern sehr viel mehr als den Staubsauger; Karakurt und Li legen sich ins Zeug, um mir einen ihrer fünf Käfige voller Kanarienvögel aufzuschwatzen, und Jim gibt mir sein Bett sehr günstig, brauchts aber noch bis Freitag. «Moving Sales» sind die Gelegenheiten für Neuankömmlinge, um billig an ganze Haushaltungen heranzukommen. Bloss sollte man dabei an die Möglichkeit der eigenen Abreise denken und massvoll bleiben.
Ich geh nie mehr weg hier.
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