Amerikanisch

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328.jpgIch wüsste vielleicht ein paar Klischees, wenn man mich fragte, was „amerikanisch“ ist. Aber auf die Frage, was denn „unamerikanisch“ ist, würde ich mir keine Antwort anmassen. Dem Portier in meiner aktuellen Residenz geht es ähnlich, mein Landlord in spe denkt nach und findet dann, das Wort selber sei unamerikanisch. Ähnlich unentschlossen war auch Teresa Heinz, John Kerrys Gattin, die den Ausdruck kürzlich in einer Rede gegen George Bush verwandte. Als sich ein Journalist danach erkundigte, was sie gemeint habe, behauptete sie, das nie gesagt zu haben – er könne sich seine Frage dahin stecken, „wo die Sonne niemals scheint“. Ihr ist wohl klargeworden, dass der Begriff seit McCarthy für die hiesige Linke (also die Liberalen) entweder Tabu oder gar eine Umschreibung für freies Denken ist.

Jetzt ist das Unwort im demokratischen Lager erneut benutzt worden – Kerry-Adjutant John Edwards warf es Bushs Vize Dick Cheney an den Kopf, weil der gesagt hatte, wer nicht Bush wähle, setze die Sicherheit der USA aufs Spiel.

Kommt mir vor, als würde Peter Bodenmann – na, sagen wir: Elmar Ledergeber – Christoph Blocher vorwerfen, er benehme sich „unschweizerisch“.

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